DOUBLE EVENING PROGRAM
30. und 31. JULI 2010 | 20.00 Uhr | Hamburger Sprechwerk
(ca. 60 Minuten)
• Publikumsgespräch mit den Künstlern im Anschluss an die Vorstellung
ADOM MODULATIONS
Adom steht im Hebräischen für Rot, „Dam“ meint Blut, „Adam“ heißt der erste Mensch und „Adama“ ist die Erde. Alle vier Begriffe bilden ein wichtiges Bezugsfeld. Adom Modulations ist ein choreografisch dichtes, hoch musikalisches Duett, das zwei feingliedrige Körper in ein Netz aus komplexen Bewegungsfiguren spannen. Die Körper streben nach dem aufrechten Gang, straucheln, wanken, den Absturz ins Bodenlose vor Augen.
Choreographie: Zufit Simon (Israel/Deutschland)
Tanz: Zufit Simon, Chloé Serres
Musik: Nackt "Zufit Peace 1", SCREEN 1, Emre Sevindik "adom by"
Licht: Rainer Ludwig
Produktion: artblau Tanzwerkstatt
Kiosk.Helper: Judith Piesche
• Gefördert im Rahmen einer Konzeptionsförderung des Landes Niedersachsen und der Tanznacht Berlin’08.
Zufit Simon
Geboren 1980 in Israel, studierte Klassischen Tanz in Israel und Frankfurt an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bei Prof. Dieter Heitkamp Klassischen und Zeitgenössischen Tanz. Seit 1999 tanzt sie in verschiedenen Konstellationen in Frankfurt (Junge Ballett company Hessen), Essen (choreographisches Zentrum), Stuttgart (Theaterhaus Stuttgart) und Berlin (sophiensæle, Theater am Halleschen Ufer, Tanztage) u. a. mit den ChoreographInnen Christoph Winkler, Ingo Reulecke, Fabian Chyle, Friederike Plafkie, CobosMika-Company und Anja Hempel. 2003 gewann sie den 3. Preis das beste deutsche Tanzsolo der euro-scene Leipzig. 2006 choreographierte Christoph Winkler für sie das Solo „we are time“ und es entstand das Duett „Adom“. Im selben Jahr erhielt sie den Publikumspreis für „diminuendo2“ beim Vorort-Festival in Münster in Kooperation mit Ingo Reulecke.
In den sophiensælen entstand 2008 „Meine Mischpuche“ als Tanzstück für 3 Tänzer. Ende 2008 folgte eine Neufassung von "ADOM" - "ADOM MODULATIONS" innerhalb der Tanznacht Berlin. In 2009 entstand "insich" im Rahmen des outlet-Festivals Braunschweig. Für "Meine Mischpuche" erhielt sie den 3ten Preis beim internationalen Choreographiewettbewerb in Hannover. Sie ist seit 6 Jahren Mitglied der artblau-Tanzwerkstatt Braunschweig.
"EL INSTRUMENTO"
Ähnlich wie in einer freien Musikimprovisation, die Performer hören einfach auf zu denken, sie hatten weder Vorträge gehalten noch etwas aufgebaut. Carlos Sandoval ist der „Performer““, Trinidad Martinez das „Werkzeug“. Carlos Sandoval überschüttet Trinidad Martinez mit Aufnahmen, die sie während zwei Wochen Proben non-stop in Spanien gemeinsam gemacht haben. Durch die „Sensor-gloves“ Sandoval weiß nie genau welche Titel als Nächstes kommt, nachdem er Martinez berührte. Diese Zufälligkeit ist den beiden zugleich Überraschung und Herausforderung.
von und mit Trinidad Martinez (Spanien) und Carlos Sandoval (Mexiko)
Kiosk.Helper: Angnes Raeck
Trinidad Martinez
Sie ist in Cartagena geboren, Spanien, gründete 1998 in Hamburg in Kooperation mit dem Komponisten, Musiker und Programmierer Dayton Allemann die „Magpai Production Group“, mit dem beide Künstler zahlreiche Stücke inszenierten, die international gezeigt wurden. Gemeinsam erkundeten sie neue Expressionswege für Ton und Bewegung. Ihre Arbeit ist subtil, avantgardistisch und nicht leicht zu kategorisieren und entsteht durch Improvisationen. Sie waren Teilnehmer der ambitionierten künstlerischen Gemeinschaft La Fragua.
Zu dieser Zeit arbeitete Trinidad Martínez mit der Pat Graney Company, dem Degenerate Art Ensemble und für Yolanda Gutiérrez & Projects. Sie verbrachtet 2007 in Seattle mit einem Stipendium, um ihre Kenntnisse in Improvisation zu erweitern. Sie arbeitet meistens mit Musikern, interdisziplinär, interkulturell (da sie ständig auf Reisen ist: USA, Deutschland, Spanien und Frankreich) und sozial, indem sie zusammen mit Menschen von verschiedenen Alter und sozialen Background unterrichtet und produziert. Trinidad Martínez beschäftigt sich zudem eingehend mit Kontaktimprovisation, Aikido, Yoga and Meditation.
Carlos Sandoval
Geboren in Mexiko City, er ist als freier Komponist, Musiker und Tonkünstler tätig. Seit ca. zwei Jahrzehnten arbeitet er mit computergestützten Komposition und Performance. Sein jetziges Performance-setup basiert an Sensoren und gemischter „sound-banks“-Improvisation. Er verbindet zurzeit soziales Netzwerk-Logik mit Musik und ist dabei zu entwickeln, was er „post-music“ nennt, nämlich Videodokumentationen über die Notwendigkeit, Musik zu machen und die Energien gegen dieses Bedürfnis. Er gründete 2005 The Tilt Group, die sein Fokus auf Technologie, Natur und Gestik gerichtet hat, und 2006 auch das Festival Interaktion in Berlin.
Dissident an der mexikanischen National School of Music studierte er spater privat Komposition und Theorie bei J. Estrada (1985-90) sowie Klavier-design & Tuning an der Bösendorfer House in Wien (1980-82). Er war Conlon Nancarrows Assistent (1991-94). Er lebt in Berlin, wo er Komposition und Improvisation als komplementäre Strategien an der UdK unterrichtet, obwohl er in seiner Laufbahn weder an Kompositionswettbewerbe teilnahm noch Beziehung zur Akademie entwickelte.
